Allergien schon im Kindesalter

Kinder und Allergien - Pixabay

Wer einmal unter Heuschnupfen gelitten hat, weiß, wie unangenehm eine Allergie sein kann. Als Erwachsener ist es schon schwer genug, sie zu bekämpfen und ertragen zu müssen. Nun ist aber mittlerweile jedes dritte Schulkind von chronischen Allergien betroffen.

Da mag man sich gar nicht vorstellen, was sie alles durchmachen müssen. Der Anstieg von Allergien in unserer Zeit ist immer noch nicht genau belegt. Sicher ist nur, dass sie gehäuft in Familien auftreten. Dabei wird aber keine spezifische Allergie, sondern lediglich die Anlage zu allergischen Reaktionen weiter vererbt. Diese Veranlagung kann sich vielseitig auswirken. Sicherlich wirken auch der Klimawandel sowie die Lebensgewohnheiten eine nicht unwichtige Rolle bei der Entstehung von Allergien.

Das Krankheitsbild

Allergien sind eine Reaktion auf eigentlich harmlose Substanzen des Körpers, die jedoch für Menschen mit allergischen Veranlagungen allergen werden. Der Betroffene bekommt daraufhin Niesanfälle, Hautrötungen, Atemnot, Juckreiz, Tränenfluss, Magenkrämpfe und vieles mehr. Diese Substanzen können zum Beispiel Pollen, Hausstaub, Nüsse, Vanille oder vieles anderes sein. Kinder sind überwiegend vom Typ I betroffen, der auch Sofort-Typ genannt wird.

Die Sensibilisierungsphase

Kinder in der Natur - Pixabay

Kinder in der Natur – Pixabay

Bei einer Allergie, egal welcher Art, gibt es immer eine Phase der Sensibilisierung. Für den Betroffenen ist sie nicht zu spüren. Der Körper bereitet sich im Inneren gegen das Allergen vor, gegen den er Antikörper bereitstellen muss. Diese Antikörper heißen Immunglobuline vom Typ E. Nach der Sensibilisierung kommt es nach einem erneuten Kontakt mit dem Allergen zu Reaktionen an der Haut, im Verdauungstrakt oder in den Atemwegen.

Lebensgefährlich wird es, wenn bei bekannten Allergien der Körper genau mit diesem Allergen in Berührung kommt. Dann folgt der sogenannte anaphylaktische Schock. Hierbei erschlaffen die Blutgefäße und werden im ganzen Körper durchlässig. Dadurch sinkt der Blutdruck enorm, Organe können versagen, und wenn der Betroffene nicht innerhalb von Minuten ärztlich behandelt wird, kann es tödlich enden.

Auslöser beim Sofort-Typ

 

  • Atemwegsallergene (Pollen, Hausstaub, Hautschuppen von Tieren Schimmelsporen, Milbenkot)
  • Kontaktallergene (Tierhaare, Blumen, Pollen, Latex, Formaldehyd in Kosmetik)
  • Insektenallergene (Bienen- und Wespengift)
  • Nahrungsmittelallergene (Fisch, Schalentiere, Kiwi, Nüsse, Milchprodukte, Brot, Gewürze)
  • Medikamente (bestimmte Schmerzmittel, Antibiotika, Penicillin)

Spezielle Tests beim Hautarzt helfen herauszufinden, ob und gegen welches Allergen das Kind allergisch ist. Dadurch kann der Kontakt zu dem Allergen vermieden werden. Bei Auftreten einer allergischen Reaktion ist die Gabe von Antihistaminika empfehlenswert. Diese Medikamente hemmen die Wirkung des ausgeschütteten Histamins. Bei Schockzuständen wird allerdings die Gabe von Adrenalin notwendig.

Nahrungsmittelallergie im Kinderalltag

Wenn ein Kind allergisch gegen seltene oder besondere Nahrungsmittel wie Meeresfrüchte ist, wird es kaum unter den allergischen Reaktionen leiden, weil es sie nicht zu sich nimmt. Alle anderen Nahrungsmittelallergien können sich jedoch drastisch auf den kindlichen Körper auswirken. Das fängt bei einer Hühnereiweißallergie an und hört bei Erdnüssen auf.

Bereits kleinste Spuren von Substanzen, gegen die ein Kind allergisch ist, zum Beispiel in Mayonnaise oder Milchprodukten, kann unangenehme oder bedrohliche Folgen haben. In solch einer Situation muss nicht nur zuhause Vorsicht walten, sondern auch im Kindergarten und der Schule. Ganz kritisch ist die Lage, wenn das Kind gegen bestimmte Farbstoffe oder Geschmacksverstärker allergisch ist.

Hausstaubmilbe - Pixabay

Hausstaubmilbe – Pixabay

Überall sind die Eltern und das Kind darauf angewiesen, es zu schützen. Zum Beispiel kann es sich plötzlich weigern, sein morgendliches Müsli zu essen und möchte lieber ein Wurstbrot haben.

So gibt es seine Angst preis, gegen bestimmte Körner allergisch zu reagieren, weil niemand in der Klasse weiß, welche zu den Nüssen gehören. Zudem wird es Nein sagen müssen, wenn ihm ein Schokoladenriegel angeboten wird oder es zum Eis essen eingeladen wird. Diese Kinder wissen, dass bei der Herstellung von Eis bzw. Schokolade Bestandteile von Nüssen enthalten sind oder enthalten sein können. Bei gemeinsamen Schulfrühstücken wird das Kind sich sein eigenes Essen mitbringen müssen.

Daher ist es ganz wichtig, vor Ausflügen oder Klassenfahrten dem Klassenlehrer und der Herberge mitzuteilen, dass das Kind an einer Nahrungsmittelallergie leidet. Erzieher, Lehrer und die Mitschüler müssen unbedingt von der Allergie wissen, damit nicht der schlimmste Fall eintritt. Außerdem sind dem Kind seine Notfallmedikamente ständig mitzugeben, damit es im Fall der Fälle erstmal gut versorgt ist. Auch ist eine Liste, wenn das Kind an mehreren oder versteckten Stoffen allergisch ist, praktisch. Sie sollte das Kind stets mit sich herumtragen.

Heuschnupfen im Kinderalltag

Ganz besonders schlimm für Kinder ist die Heuschnupfenallergie. Tränende Augen, Niesanfälle und ein ständiges Ausweichen von Pollen. Kinder mit Pollenallergie leiden an Reaktionen auf Blütenstaub. Dabei gibt es so viele Arten von Pollen, gegen die man allergisch reagieren kann. Angefangen bei allen Arten von Gräsern, der Birke bis hin zur Haselnuss. Sogar Heu kann Allergien hervorrufen.

Schwierig wird es in der Kinderkrippe, im Kindergarten oder der Schule. Leider können nicht dauernd die Fenster geschlossen sein, besonders bei hohen Temperaturen. Und wenn andere Kinder auf den Spielplatz oder Pausenhof gehen, müssen die Allergiker drinnen bleiben.

Kinderausflug - Pixabay

Kinderausflug – Pixabay

Dauernd Medikamente einzunehmen, um raus gehen zu können in der Pause, ist auch keine Lösung. Während der Zeit seiner Allergie kann das Kind zusätzlich noch stark in seiner Leistung geschwächt sein, etwa, weil es nachts nicht vernünftig schlafen kann.

Während der Blühzeit der Pollen, gegen die das Kind allergisch ist, ist es schwierig, Ausflüge zu unternehmen. Allerdings können dann Pollenflugkalender helfen, die Unternehmungen für die Zeit davor oder danach einzuplanen.

Bei der Hausstauballergie, die auch auf Polstermöbeln und Matratzen ihren Lauf nehmen kann, kommt es auch in sauberen Haushalten dazu. Überall sitzen Milben, die aber für den Menschen absolut harmlos sind. Sie ernähren sich von den Hautschuppen im Staub. Wer gegen Hausstaub allergisch ist, atmet den Kot der Milben ein und reagiert dann allergen.

Auch Schimmelsporen im Staub können Allergien hervorrufen. Kinder mit einer Hausstauballergie haben ständig Angst, sich in fremden Räumen aufzuhalten oder in Räumen, in denen die Beschwerden sich verstärken. Diese Räume sind:

  • schlecht geputzt
  • Zimmer, die mit Teppichboden ausgestattet sind
  • mit Kuschelecken oder Ecken mit vielen Stofftieren ausgestattet
  • staubige Keller oder Dachböden
  • Herbergen mit herkömmlichen Matratzen

Was brauchen allergische Kinder im Kindergarten und in der Schule?

Sie brauchen in erster Linie Gruppenmitglieder, die

  • die Angst der Kinder ernst nehmen, ganz besonders die vor Wespen- und Bienenstichen
  • sie nicht drängen, bestimmte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, auf die sie allergisch reagieren könnten und schon gar nicht heimlich verabreichen.
  • verstehen, wieso ein Ausflug verschoben wird
  • verstehen, warum ein Kunststofftuch auf das Sofa in der Kuschelecke gelegt wird.

Zudem brauchen sie fähige Pädagogen und Betreuer, die

  • von ihren Problemen wissen und sich bemühen, die Berührung mit den Allergenen zu vermeiden
  • bei der Wahl von Ausflügen Rücksicht auf die Allergie nehmen
  • einen Pollenflugkalender bei Klassenfahrten nutzen
  • das betroffene Kind an die Mitnahme seines Allergikerausweises erinnern und evtl. daran erinnern seine Medikamente einzunehmen
  • die wissen, in welcher Lage das Kind sofort medizinisch betreut werden muss
  • möglichst selber mit einem Notfall-Set für Allergiker ausgestattet sind.

Gibt es hier Eltern, die ein Allergiekind haben und über die Erfahrungen berichten möchten? Vielleicht hat sogar jemand einen Tipp, den er anderen mitteilen möchte? Ich bin gespannt :)

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3 comments

  1. Steffen sagt:

    Ich leide schon seit meiner Kindheit an sämtlichen Allergien. Besonders Pollen und Blüten, Tierhaare aber auch Insektenstiche sind am schlimmsten. Eine Bremse verursacht schon einen Stich so groß wie ein Tennisball und auf ein Haustier musste ich leider verzichten. Mit der Zeit kamen noch einige Früchte und Nüsse hinzu. Bei der Veranlagung habe ich also mehr als Pech. Ausflüge habe ich allerdings immer mitgemacht. Unsere Klassenfeste waren meist auf dem Bauernhof. Dicke Augen und Husten waren die Konsequenz. Ich halte einen rücksichtsvollen Umgang jedoch für sehr wichtig! Man fühlt sich bei ’stell dich nicht so an‘ schon oft missverstanden. Sehr gut, dass du mit deinem Beitrag darauf hinweist!

  2. Hallo, danke für den schönen Artikel. Ich habe gehört, dass Allergien eigentlich sofort durch eine entsprechende Desensibilisierung beim Arzt behandelt werden sollten. Je früher, desto besser. Ansonsten könnten sie sich vor allem bei Pollenallergien bis hin zum Asthma entwickeln. Leider gibt es immer weniger Ärzte die auf so etwas spezialisiert sind und dementsprechend wenig wird die Allergie auch richtig behandelt.

  3. Steffy sagt:

    Ich hatte eigentlich nie mit Allergien zu kämpfen, bis vor 2 Jahren.. ständig am Niesen und die Nase lief auch immer. War dann beim Arzt und habe einen Allergie-Test gemacht, 7 oder 8 verschiedene Allergien wurden getestet und ich habe auf alle Reagiert, das bedeutet Hausstaub, Milben, Gräser, Pollen, etc. Ich bin einfach gegen alles allergisch, ich habe dann eine Spritze bekommen die alle auf 0 setzt, hat jetzt 5-6 Wochen gehalten und jetzt fängt es wieder an. Muss das jetzt sehr warscheinlich alle 7-8 Wochen einmal spritzen lassen. Gibt es keine andere Methode oder so wie man die Allergien für immer wegbekommt?

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