Romance-Scamming - Internet Betrug

Romance-Scamming – Trickbetrug mit den Gefühlen

Singlebörsen sind ein hervorragender Platz einen Partner kennenzulernen, um der Einsamkeit zu entfliehen. Dies haben Betrüger inzwischen längst erkannt und nutzen die betrügerische Chance auf Geld schamlos aus. Es ist bekannt, das russische Frauen, oder allgemein aus den Ostblogstaaten, eine gewisse Anziehungskraft auf Männer haben. Auf europäische Männer wirken diese Frauen wie ein Magnet. Das Spiel mit den Emotionen zielt allerdings ausschließlich auf Geld ab. Dieser kleine „Ratgeber“ soll Schutz vor Dating-Betrügern vermitteln. Ich möchte hier auf diese Thematik aufmerksam machen und den ein oder anderen Leser dafür sensibilisieren.

Die goldenen Regeln des Trickbetruges im Internet

Wie erkenne ich das emotionale Spiel und welche Maschen werden verwendet? Gibt es Schutz vor Schwindlern im Netz?

Zuerst muss bei dem Mann das Interesse geweckt werden. Dazu werden Fotos von attraktiven Frauen in den Portalen verwendet. Ob diese Fotos echt sind, ist zweifelhaft. Die Betrüger haben längst erkannt, dass zu schöne Frauen eher ein Misstrauen hervorrufen. Schön ja, aber nicht wie ein Filmstar oder Modell. Daher ist es keine Seltenheit, dass frei zugängliche Bilder aus Bilddatenbanken oder aus Profilen sozialer Netzwerke geklaut werden, um sie für den geplanten Betrug einzusetzen.

Die meisten Benutzerprofile sind ohne Kinder. Für den Mann ein Plus, denn er möchte vielleicht eher eigene Kinder haben. Alternativ wird bei diesem Thema auch oft auf die schwierige Lage im Land hingewiesen. Typisch ist die Gefahr durch Terrorismus und die Kriminalität. Es wird das Bild einer verzweifelten bescheidenen jungen Frau vermittelt. Der Beschützerinstinkt wird damit geweckt, der gerne zum Handeln führt.

Tipp: Einen kühlen Kopf bewahren und nicht auf diese Emotion rein fallen.

Es muss die wahre Identität festgestellt werden vom visuellen Gegenüber. Spätestens jetzt heißt es eine zweite Person einschalten, möglichst eine Frau. Warum eine Frau das ist doch peinlich. Nur eine Frau kann schreiben / fühlen wie eine Frau, denn hinter dem Foto bzw. Profil steckt oft ein Mann mit betrügerischen Absichten. Das Prinzip des Romance-Scammings funktioniert auch bei Frauen, die sich unsterblich in einen fremden Internet-Mann verlieben.

Die Frau wird wissen, welche Antwort eine Frau gibt auf bestimmte Fragen. Wenn der Gesprächsteilnehmer auf die Fragen ausweicht und das Argument bringt „ich verstehe nicht“, ist Vorsicht geboten. Gerne wird auf Englisch gewechselt, um die Frage nicht oder nur ausweichend beantworten zu müssen.

Das Verweisen auf die E-Mail Adresse um weitere Fotos oder „Dokumente“ zu senden, wird gerne zum Lokalisieren der Person benutzt. Das Anlegen einer neuer E-Mail Adresse macht daher Sinn. Vorteil einer neuen Adresse ist, dass sie so schnell gelöscht werden kann.

So könnte man vorgehen:

  • eine neue E-Mail Adresse erstellen
  • nur diese Person hinzufügen
  • Keine privaten Informationen über den finanziellen Status preisgeben
  • Identität verschleiern durch Proxy Einstellungen. An dem Router von dem Anbieter ist ein Proxy Server integriert. Aktivieren der Einstellungen: Kann über den Browser in Gang gesetzt werden. Ihr wisst nicht wie? Hier gibt es nähere technische Informationen. Die Adresse wird bei jedem Login gewechselt werden. Ein Ausspionieren vom eigenen Standort wird den Betrügern erschwert.
  • Die Frage nach dem Beruf umschreiben – nicht in den Vordergrund stellen. Wer in einer gehobenen Position arbeitet, wird für die Person mit der betrügerischen Absicht natürlich noch interessanter. Hier ist in erster Linie einmal Zurückhaltung gefragt, nicht gleich zu Beginn prahlen oder zu viel über sich verraten. Den Spieß umdrehen und ausweichen, ist besser als, ins Messer zu laufen.

Der Trick mit dem russischen Visum beim Romance-Scamming

Nach kurzer Zeit wird die „ virtuelle Beziehung“, die gerade zu Beginn sehr intensiv ist, von einem Schatten überzogen. Wurde entsprechend Vertrauen aufgebaut, kommen diverse Probleme ans Tageslicht, wie unbezahlte Rechnungen oder ausbleibender Lohnzahlung. Die Frau bittet um Geld für den täglichen Bedarf. Sie wollen nach Russland fliegen und helfen. Nicht nur das Sie helfen wollen, es ist an der Zeit dem Virtuellen endlich ein Gesicht zu geben.

Der großzügige Vorschlag trifft auf Widerstand bei der Frau. Der politische Zustand, Kriminalität werden als Gründe angegeben. Es wird geschickt ein Russland Visum ins Gespräch gebracht. Dafür ist Geld notwendig, dass die Frau nicht hat. Es handelt sich dabei in der Regel um eine vier- bis fünfstellige Summe.

Warum so viel, einen Flug gibt es doch schon für 99 Euro? Natürlich ist der Gesprächspartner auf diese Frage bestens vorbereitet. Es wäre schwierig eine Ausreiseerlaubnis zu bekommen, wenn nicht sogar unmöglich. Bestechungsgelder sind in diesen Ländern an der Tagesordnung, heißt es. Da ist mit Sicherheit etwas Wahres dran, aber nicht in diesem hohen finanziellen Rahmen.

Druck auf das Opfer aufbauen

Die E-Mail Adresse wird nun benutzt um das Opfer weiter unter Druck zu setzen. Die Kontaktdaten werden an „Freundinnen“ weiterverteilt. Es folgen Fotos und Kontaktdaten von anderen Frauen, die das gleiche trostlose Schicksal vereint. Die Betrüger zielen auf die Gefühle ab und erhöhen somit den Druck auf den Mann.

Nachstehend ein typisches Szenario:

Der Mann erhält Zugang zu einem Dating-Portal im Internet. Nach sorgfältigen Lesen der Bedingungen und der damit verbundenen Kosten hat er Zugang. Ihm stechen sofort Frauen ins Auge, die in jedem Fall attraktiv sind. Er recherchiert und es wird deutlich, dass diese Frauen aus Russland stammen. Er beschließt, eine Frau zu kontaktieren. Zu seinem Erstaunen erhält er direkt eine Antwort. Ein unverbindliches Gespräch beginnt, das erst einmal  keinen Grund zum Misstrauen gibt. Bald kommt es zum Austausch der E-Mail Adresse. In dem Account findet reger Austausch statt, um die Bindung zur Frau zu erhöhen. Sie beteuert das Land gerne  verlassen zu wollen, aber sie weiß nicht wie.

Sie reden darüber, wie ein Kennenlernen möglich ist. Die Frau ist es, die ein Visum nach Deutschland in das Gespräch einfließen lässt. Der Pass des Mannes ist notwendig, der zur Not per E-Mail gesendet werden kann. Einen Kontoauszug mit IBAN und BIC wird ausgetauscht. Der Mann muss die Summe X überweisen. Nur so, heißt es, würde sie ein Visum bekommen. Der andere Weg, dass der Mann nach Russland kommt, wird kategorisch ausgeschlossen.

Verbunden mit dem Visum, werden Versprechungen gemacht. Diese unterstützen den Mann in seiner Hoffnung, die Liebe seines Lebens gefunden zu haben. Sobald der Mann überweist, ist die Frau samt der E-Mail Adresse verschwunden. Das Geld ist weg, sowie das Bankkonto gelöscht. Dieses Szenario verdeutlicht, wie die Abzocke mit den Gefühlen funktioniert. In der Fachsprache wird diese Art von Betrug Romance-Scamming genannt. Ein anderer Name ist Nigeria Connection wie in einigen TV-Shows berichtet wird. Auffallend ist, dass es dabei immer um falsche Liebe und vorgetäuschte Gefühle geht, um letztendlich an Geld zu kommen.

Das Schmerzliche ist nicht nur, dass Gefühle benutzt werden, das Geld ist auch weg. Es gibt oftmals keine Chance das Geld wieder zurückzubekommen. Wie bereits oben erwähnt, sind nicht nur Männer betroffen, auch Frauen auf Partnersuche werden auf diese Weise sehr häufig emotional und finanziell enttäuscht. Den Frauen wird ebenfalls eine falsche Identität vorgespielt, wie beispielsweise ein einsamer Soldat im Auslandseinsatz oder in Afghanistan, alternativ im Irak, stationiert. Auch der Status eines Witwers wird gern genutzt. Das hört sich skurril an, ist es aber leider nicht.

Der Betrüger sagt, dass er vom Ausland aus nicht an sein privates Konto kommt. Via Skype wird das glaubhaft gemacht mit fiktiven Bildern oder sonstigen Dokumenten. Auf diese Weise wird eine persönliche Bindung aufgebaut, meist untermauert durch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Warum die USA und nicht Russland? Amerikaner scheinen vertrauenswürdiger als russische Männer zu sein.

Beides ist die gleiche Masche. Ist Geld geflossen, ist der Account gelöscht und das Geld somit weg. Die dritte Art, die gerne von Betrügern genutzt wird um auf diese Weise an Geld zu kommen, ist eine eigene Immobilie, die leider noch nicht vollständig bezahlt ist. Sehr gern genommen wird auch das ausstehende Erbe. Sobald das Haus / die Wohnung bezahlt ist, oder die Gebühren für die Erbschaft entrichtet sind, ist der Weg für ein gemeinsames Leben frei.

Der/die Angebetete verspricht natürlich, das Geld schnellstmöglich zurückzuzahlen. Dem nicht genug, dann bekommt er/sie angeblich auch ganz schnell ein Visum. Das hört sich logisch an, ist es auch. Bis auf die Tatsache, dass diese Person eigentlich gar nicht existiert.

Mein Fazit und mein Appell:

Das Geschäft mit den Gefühlen hat seit Jahren Konjunktur. Wenn es den Betrügern an eins nicht fehlt, dann ist es Kreativität. Nachstehend die Punkte die man auf keinen Fall erfüllen sollte.

  • Keine persönlichen Daten preisgeben
  • Kein Geld überweisen
  • Keine Bürgschaft übernehmen
  • Nur das Datingportal benutzen und sich nicht auf andere Plattformen (teilweise auch noch kostenpflichtig) oder sonstige Kanäle umleiten lassen

Neben Datingportalen sind auch Soziale Medien nicht ganz ungefährlich. So finden sich auch auf Facebook & Co durchaus Romance-Scammer, die die Gutgläubigkeit einsamer Männer oder Frauen ausnutzen. Derlei Anfragen sollte man sofort löschen und sich gar nicht erst auf eine Unterhaltung einlassen.

Wer diese Punkte beachtet, erlebt keine Überraschung, auf der Suche nach dem Partner. Sollte man doch einmal auf eine dieser Maschen hereingefallen sein, ist es trotzdem keine Schande sich diesbezüglich Hilfe zu holen. Neben einer Anzeige bei der Polizei ist unter anderem auch der Weiße Ring ein guter Ansprechpartner, um derlei betrügerische Absichten aufzudecken. Tipps erhält man auch auf der Seite der Polizei-Beratung

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Kennt ihr jemanden aus eurem Bekanntenkreis, der auf derlei Maschen hereingefallen sind? Habt ihr euch gewehrt und Anzeige erstattet? Lasst es mich gerne wissen (natürlich auch anonym)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.